07 Jul

Reise nach Uganda zu Hope For Life – Abschlußbericht

Drei Wochen ist es her, dass unsere Teammitglieder Torben und Lars  aus Uganda zurückgekehrt sind.
Für uns der richtige Zeitpunkt, um das Erlebte Revue passieren zu lassen, alles nochmals mit etwas Abstand zu betrachten und letztlich auch den Blick in die Zukunft zu richten. Aus diesem Grund möchten wir euch den persönlichen Reisebericht der beiden an dieser Stelle präsentieren.

Das erste und offensichtlichste, was nach unserer Rückkehr auffiel war die Ruhe die hier zu Hause herrscht. Afrika ist laut, lebendig, anders.

Unsere Gastgeber von ‚Hope for Life Community international‚ und Ivans Freunde und Familie durften wir während unseres Aufenthalts als unglaublich herzlich und gastfreundlich kennen lernen. So wie alle anderen Menschen, die wir in Uganda getroffen haben. Wir spürten eine große Dankbarkeit dafür, dass wir – von einem weit entfernten Kontinent vermeintlich wohlbehüteter Sicherheit und Sorglosigkeit – über den Tellerrand schauen und diese Menschen dort nicht vergessen.

In unserer Woche in Uganda gab es keinen Moment, der uns gefährlich oder unbehaglich erschien. Daran hatten sicherlich Mary und Ivan dank ihrer allumfassenden Fürsorge den größten Anteil.

Wir bewegten uns in dieser Woche hauptsächlich im Distrikt Kayunga (ca. 45 km nördlich der Hauptstadt Kampala). An zwei Tagen waren wir außerdem im Nachbar-District Mokono und in Pallisa unterwegs. Pallisa liegt ca. 200 km von Kayunga entfernt in Richtung Kenia und Süd-Sudan. Auch hier waren wir noch in sicherer Entfernung zu den aktuellen Krisengebieten.

  • Wir überquerten den Nil etwa 2 km entfernt von seiner Quelle
  • kennen nun den Unterschied zwischen Uganda-Time und Muzungu-Time
  • haben Gerichte gegessen, von denen wir vorher noch nie gehört haben, die aber unglaublich lecker und bekömmlich waren
  • haben uns die ganze Woche nicht mit einem einzigen Muzungu (Mensch mit heller Hautfarbe) unterhalten
  • Linksverkehr
  • andere (nicht immer nachvollziehbare) Verkehrsregeln (gibt es diese überhaupt?)
  • Wir haben gelernt, dass die Höchstzahl an zugelassenen Fahrgästen eines Minibusses noch lange nicht der Mindestanzahl tatsächlicher Fahrgäste entspricht
  • die Zuladung eines Boda-Boda dem mehrfachen seines zugelassenen Gesamtgewichtes entspricht
  • Politik nicht zwingend bis in alle Bevölkerungsschichten durchsickert
  • eine Wettervorhersage länger als 5-6 Std. im Voraus völlig unseriös ist
  • Ugandische Telenovelas vollständig mit nur einer Synchronstimme auskommen (da nicht alles vom Englischen in Luganda übersetzt wird, meint man dennoch, mehrere Stimmen zu hören! Völlig krude!)

Wir erlebten einen Einblick in ein Land und deren Gesellschaft ohne Filter und ohne doppelten Boden. Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir in einer privilegierten Situation waren. Die Augenhöhe, auf der wir uns mit all den Menschen, die wir trafen wähnten, trügte. Wenn in einem Land der durchschnittliche. Tagesverdienst bei ca. 1,00 US$ liegt, dann ist es eben nicht auf Augenhöhe, wenn man sich ohne nachzudenken für ca. 40 c einen Liter Trinkwasser am Straßenrand kaufen kann.
Wir haben es aber unserer Einschätzung nach dennoch ganz gut hinbekommen, diese Kluft so gering wie möglich erscheinen zu lassen.
Wie erlebten ein Land nicht aus der Sicht von Touristen auf exklusiven Safaris oder unter UN- und Polizeischutz, ohne eine Notfall-Hotline des Reiseveranstalters.
Aber das alles brauchten wir auch gar nicht, weil – wie oben schon erwähnt – jederzeit für unser leibliches Wohl gesorgt war.
Wir erlebten Dankesgesänge, Gebete, Segnungen und eine Kultur, die nicht für Touristen einstudiert wurde, sondern ursprünglichen Stammesriten und -bräuchen entstammt und zu 100% authentisch ist.

Uganda zählte vor ca. 10 Jahren noch zu den ärmsten Ländern der Welt.
Weit aufgestiegen ist dieses Land in Ostafrika nicht, aber der Fortschritt hat auch hier Einzug gehalten. In größeren Dörfern und Kleinstädten gibt es funktionierende Strom- und Wassernetze, das Straßennetz ist auf den Hauptverkehrswegen meist geteert und gut befestigt. Internet ist ein wichtiger Pfeiler in Handel, Industrie und Tageskommunikation. Die ugandische Regierung ist sehr bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Schulsystem weiter auszubauen. Nahezu flächendeckend (wir können nur von den Orten sprechen, die wir gesehen haben!) war eine intakte Infrastruktur erkennbar. Diese ist zwar auf einem sehr geringen Level anzusiedeln, aber sie sie da.
Aber auch die unschönen Bilder gingen nicht spurlos an uns vorüber: Kinderarbeit im Straßenbau und auf den Feldern, das Nicht-Vorhandensein von Familienstrukturen, da Männer sehr oft ihre schwangeren Frauen verlassen, Vergewaltigungen (die laut mehreren Gesprächen an der Tagesordnung zu sein scheinen), viele alleinerziehende Mütter, bettelnde Kinder, Obdachlosigkeit in Kampala, überflutete Märkte und Sturzbäche in den Straßen nach Gewittern, 4 Pfosten und ein Stück Wellblech, das ‚Haus‘ genannt wird.
Sehr erstaunlich für uns war die Erkenntnis, dass es in verschiedenen Teilen des Landes für die verschiedenen Produkte, die man in Geschäften kaufen kann, einheitliche Preise zu geben scheint. Diese weichen auch nicht ab, wenn Muzungus alleine einkaufen gehen. Den Dicke-Brieftaschen-Aufschlag haben wir jedenfalls im Einzelhandel nicht erlebt.

Dank Mary und Ivan haben wir einen sehr guten Einblick in die diversen Projekte der ‚Hope for Life Community international‘ erhalten.
Im Wesentlichen sind das:

  • die Versorgung der Menschen des Stammes der Itsoti in der Nähe von Pallisa
  • das Sanitary-Program an Primary- und Secondary-Schools
  • die Unterstützung diverser Schulen mit Schulmaterial
  • The Outreach-Program für Kinder, die keine Chance auf Schulbildung haben
  • Schulspeisungen und Reparaturen/Instandsetzungen von Schulgebäuden

Durch die zahlreichen Gespräche mit Lehrern, Schülerinnen, Handwerkern, Taxifahrern, Bus-Mitinsassen, Händlern, uvm. konnten wir uns einen sehr guten ersten Eindruck machen über das Alltagsleben der Menschen.
Uns wurde auch klar, mit welchen Schwierigkeiten eine kleine NGO umgehen muss und dass Afrika in vielen Dingen anders tickt als wir es uns hier vorstellen können.
Wir haben erlebt, wie wir mit für uns relativ geringem Aufwand das Leben von vielen Menschen – hauptsächlich Kindern – nachhaltig verbessern können. Wir haben erlebt, dass so selbstverständliche Dinge Damenbinden einen echten Einfluss darauf haben, wie sich das Leben eines jungen Mädchens entwickelt: Gibt es diese nicht, dann gehen Mädchen aus Scham nicht in die Schule. Das heißt, dass sie 20-25% des Unterrichtes verpassen. Der Lernerfolg bleibt auf der Strecke und die Basis zum Erlernen eines Berufes oder der Besuch einer weiterführenden Schule bleibt verwehrt. Der Weg in Tagelöhner – Arbeit und Mädchen-Prostitution scheint geebnet.

Auf den ersten Blick ist Uganda ein sehr grünes Land mit viel Ackerbau. Aber der Klimawandel zeigt hier schon die ersten einschneidenden Folgen: Aufgrund der völlig unberechenbaren Witterung ist die Planung von Obst- und Gemüseanbau nicht möglich. Der Boden kann Wasser nahezu nicht aufnehmen, was dazu führt, dass Neuanpflanzungen weggespült werden und in der Folge alles andere trotzdem nicht genügend Feuchtigkeit zum Wachsen bekommt und verdörrt. Das führt zu relativ hohen Preisen, die sich ein großer Teil der Bevölkerung nicht leisten kann.

Welche konkreten Projekte haben wir gesehen bzw. weiter vorangebracht?

  • Reparatur und Fertigstellung des Dachs der Mother Gertrude School
  • Anschaffung von neuen Schulbänken und -tischen sowie neue Tafeln für die Cornerstone School
  • Anschaffung eines neuen Seils (30m), zur Wasserförderung aus dem Schulbrunnen des Kayunga Light Colleges
  • Anschaffung von Schulbänken, Tafeln und Tellern für alle Schüler des Outreach-Programms
  • Anschaffung einer neuen Matratze für Owen, den 9jährigen Jungen mit schwerer spastischer Lähmung
  • Kauf + Verteilung von Nahrungsmitteln und Seife für den Stamm der Isoti (ca. 120 Personen)
  • Recherche und Erfahrungsberichte von Mädchen des Sanitary Programs bezüglich wiederverwertbaren Binden

Uns hat völlig positiv überrascht, wie offen und unverblümt die Mädchen des Sanitary Program in den verschiedenen Schulen mit uns über das doch sehr intime und private Thema Menstruation mit all den Folgen und Zusammenhängen gesprochen haben. Sie berichteten sehr offen über die Handhabung, Textur, Reinigungsmöglichkeiten, Tragekomfort, Anwendung, Größe, etc. von wiederverwendbaren Binden.
Diese Rückmeldungen bestärken uns darin, dass dieses Programm nachhaltig die positive Schulbildung beeinflusst und in Kleinstschritten zu einer Aufklärung der Gesellschaft und zu einem höheren Bildungsniveau beiträgt.
Es bekämpft unserer Auffassung nach direkt Ursachen einer möglichen Flucht in Nachbarstaaten und nach Europa.

Das Outreach-Programm geht da noch einen Schritt weiter: Mithilfe des Programms versucht H4L Kindern, denen der Besuch von Schulen verwehrt bleibt, zumindest eine grundlegende Basisbildung zu vermitteln.
Die Kinder, die dieses Programm in Anspruch nehmen, kommen zumeist aus Familien die sich schlicht die Schulgebühren von umgerechnet ca. 7-20€ / Quartal nicht leisten können. Des Weiteren wird die Arbeitskraft der Kinder bei der Feldarbeit benötigt, sodass sich gar nicht die zeitliche Möglichkeit für sie bietet, an einem geregelten Schulalltag teilzunehmen.

 

Die einzelnen Eindrücke in wenigen Worten widerzugeben, ist nicht leicht. Eine Woche unter diesen Gesichtspunkten ein Land zu bereisen und in so direktem Kontakt mit der Bevölkerung zu stehen, hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck und ein sehr komplexes Bild.
Wenn Ihr Fragen zu den einzelnen konkreten Projekten habt oder ganz allgemein zu ‚Land und Leuten‘, dann zögert nicht, uns anzusprechen. Wir versuchen möglichst alle Fragen hinreichend und nach unserem Wissensstand zu beantworten.

Wir werden auch weiterhin in Uganda aktiv sein und versuchen, in unserem kleinen Handlungsradius die Situation der Menschen zu verbessern und zu stabilisieren.
Wir versuchen, die Hilfe von Organisationen, die auch in diesem Gebiet tätig sind, zu vernetzen und Kooperationen zu schließen.
Absprachen machen effektiver und mit gemeinsamen Kräften können auch größere Projekte realisiert werden.
Der Aufbau einer funktionierenden Wasserversorgung hat beispielsweise hierbei in ländlichen Gegenden oberste Priorität.

Um weiterhin effektiv und nachhaltig arbeiten zu können und die von uns angestrebten Projekte in die Tat umsetzten zu können, sind wir weiterhin auf eure Unterstützung angewiesen.

Beste Grüsse
Lars und Torben

20 Jun

Heimatstern goes Uganda – Reisetagebuch

Tag 1 – 12.06.2017

Nach wochenlanger Vorbereitungen sind sie tatsächlich auf dem Weg!
Auf einmal ging alles ganz schnell und der Tag der Abreise stand tatsächlich an.
Lars und Torben vom Heimatstern Team haben die Reise nach Uganda angetreten.
Seit Gestern Abend sind die beiden über  Abu Dhabi auf dem Weg nach Entebbe, wo sie Heute Mittag ankommen werden. Hier wartet schon Ivan von der Hope for Life Community auf sie um mit ihnen den weiteren Weg in den Distrikt Kayunga (ca. 45 km nördlich der Hauptstadt Kampala)zu bestreiten. Die Abendgestaltung besteht aus Hotelbezug, ankommen und erholen von den Strapazen der Reise.

Tag 2 – 13.06.2017

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Schulen. Lars und Torben besuchten mit Ivan 3 Schulen, sowohl private, an denen Schulgeld entrichtet werden muss als auch eine öffentliche Schule. Es ist sehr schwer, auch nur an den baulichen Zustand unsere europäischen Maßstäbe anlegen zu wollen. Die meisten Dächer sind undicht und der Fußboden nur teilweise betoniert.

Dank Eurer Spenden sind die Kinder gut mit Schreibmaterial und Rucksäcken ausgestattet und auch die Versorgung mit Essen funktioniert mit Heimatstern-Spendengeldern!

Zwischendurch war noch Zeit, einige Schützlinge von uns zu besuchen: Mr. Paul, der junge, spastisch gelähmte Owen sowie Ivans Großmutter.

Tag 3 – 14.06.2017

Als erste Soforthilfe nach der Besichtigungstour durch die Schulen haben Lars und Torben als erstes insgesamt 18 Bänke und 9 Tische für eine der Schulen beim lokalen Schreiner bestellt. Ganz klar – wenn man auf dem Boden sitzen muß, kann man weniger gut mitschreiben und lernen als mit einem Tisch. Gerade auch dann, wenn der Boden zudem nicht betoniert ist und Sandwürmer eine permanente Belästigung darstellen.  Außerdem wurde die Renovierung eines von Rost zerfressenen Schuldachs bei einem Dachdecker in Auftrag gegeben. Auch hier gilt – das lernen fällt schwer wenn man im Regen sitzt.

Der Rest des Tages brachte lange Busfahrten zu einer entfernteren Schule und andere Bildungseinrichtungen mit sich.

Lars und Torben konnten viele der mitgebrachten Schulmaterialien übergeben. Die Kids haben sich sichtlich gefreut.
Und das Wichtigste: den Jungs geht es gut!

Tag 4 – 15.06.2017

Wir lassen hier einmal Lars und Torben sprechen und bringen hier den Bericht, den die beiden uns heute morgen haben zukommen lassen:

Wecker: 4:30
Pickup Minibus-Taxi 5:00
Erst nach Kampala, von dort aus via Jinja nach Pallisa im Nordosten (Rtg. Kenya).
Fahrzeit: 6:30 Std.
Von dort aus ging es nochmal mit Motorbikes ca. 20 Min. weiter in eine Community im Busch/Outback, in der vorwiegend alte Frauen und Männer leben, die nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen und von ihren Männern, Frauen oder Familien verlassen wurden.
Sie gehören dem Stamm der Itisoti an und leben völlig nach den alten Riten – sprechen ihre eigene Sprache.
(Mary hat von Itisoti nach Luganda übersetzt und von da ins Englische – wow!)
Trotz ihrer fatalen Situation haben die Alten sich einiger Straßenkinder angenommen und ziehen diese groß.
Sie werden wie eigene Kinder behandelt. Teilweise haben diese Kinder auch schon eigene Kinder. Keines der Kinder besucht eine Schule.

In Pallisa haben Torben und Ivan bei einer Mühle 200 Kg „millet flour“ (in Landessprache „Kalo“) für ca. 80 Euro, sowie eine große Kiste Seife für 13 Euro gekauft, die wir dann später portioniert und verteilt haben (40 x 5 kg). Das reicht für ca. 3-4 Wochen. Die Menschen haben sich unglaublich darüber gefreut.
Wir würden mit dem Stammessegen belegt und es wurde für unseren sicheren Heimflug und für das Wohl von „Hope for life“ und den „Heimatstern“ gebetet.
Unglaublich beeindruckend!
Die Dankbarkeit war phänomenal.
Selbstverständlich mussten wir dort essen: Eine Art Polenta, Bohnen, Reis und Huhn (Torben bekam den Bürzel!)

Die Community wohnt in runden, traditionellen Lehmhütten und in einem neu gemauerten Haus. (Ein zweites ist noch im Bau). Gekocht wird (wie fast überall) mit Holz/ Holzkohle. Gas wäre zwar auf lange Sicht günstiger – aber die Anschaffung der Kocher und der ersten Gasflasche (Pfand) ist für die Menschen nicht machbar.
(Diese Problematik stellt sich u.a. auch an den Schulen, die wir bisher besucht haben)

Nach dem Besuch bei der Community sind wir dann wieder mit Mopeds und Minibussen 6 Std. nach Hause getuckert (1/4 der Strecke über ausgewaschene Schotter und Lehmstraßen). Wir hatten gefühlt 10.000 Fische in Kanistern aufm Dach, 20 Fahrgäste + 3 Kinder auf 14 Sitzen, einem lebenden Huhn zu unseren Füßen und ein paar Säcken Holzkohle im Kofferraum. Nicht zu vergessen natürlich der andauernde Fischwasserregen durch alle Fenster und Öffnungen.
Beinfreiheit: Null
Federung: Fast nur das eigene Hintern-Polster

Zurück in Kayunga gg. 21:30 haben wir uns mit Streetfood und Kaltgetränken gestärkt, um dann stante pede ins Bett zu fallen.

Tag 5 – 16.06.2017

Hier teilen wir einfach wieder den Bericht von Lars und Torben mit euch. Wir denken, dass niemand besser wiedergeben kann, was sie dort unten gesehen, erlebt und organisiert haben.
Darum gibt’s auch keine Zusammenfassung die wir gemacht haben, sondern den Originaltext:

Nach dem wir uns von den gestrigen Strapazen erholt hatten, ließen wir den Tag heute etwas später beginnen und starteten Ihn erst um 8 Uhr mit Frühstück.
Danach stand der Vormittag ganz unter dem Thema „Research“. Auf den Märkten haben wir für die unterschiedlichsten Produkte Preise (Mozungu Preise) eingeholt.

Gegen Mittag hatten wir mit Ivan einen ausgiebiges Gespräch über die diversen Projekte, deren Zukunft, Risiken und Business Development.
Es war eine aufschlussreiche Unterhaltung. Mehr zuhause.

Nach heftigsten Gewittern und Regenfällen wurden wir vom lokalen Hells Angels Chapter MC Kayunga zu der Basaana Secondary School (staatlich.) gefahren, die 10Km von Ivans Büro entfernt ist. Die Fahrt über nasse Schotterpisten kann man auch als sportlich bezeichnen. (Zum Glück gibt es keine Blitzer in Uganda).

Angekommen in der Schule (1.100 Schüler gesamt, davon ca. 400-450 Mädchen) hatten wir erst ein ausgiebiges Interview mit Madam Deputy Head Teacher (stellv. Schulleiterin). Sie fragte uns über unsere Intentionen, Motivation und Ziele aus.
Nach hinreichender und ausführlicher Überzeugungsarbeit wurden 17 Mädchen sehr zügig samt Schultischen auf den Campus beordert. „Be quick, we don’t want to waste these gentlemens time!“

Diese Mädchen wurden von H4L zuvor mit wiederbenutzbaren Pads (gibt es hier zu kaufen – Preis recherchieren wir noch) ausgestattet und wir besprachen die Handhabe etc. (sehr offene, ehrliche und sympathische Mädchen)

Nach dem Höllenritt 2.0 lernten wir im H4L office Ivans Mutter (Police Officer in Jinja), Aida und Marys Sohn Abraham (5 J.) kennen.
Es gab köstlichen Fisch und einen Berg Reis von Mama zubereitet! Knaller!

Tag 6 – 17.06.2017

Das gesamte Team von „Hope for Life“ traf sich um 9:00 mit uns an deren Office.
Tafeln, 15 Bänke und Schulmaterialien wurden auf boda-bodas (MC Kayunga) verladen und auf den Campus der Tente School (ca. 3km) transportiert.
In einer zweiten Tour dann wir.
Dort gegen 10 Uhr angekommen, warteten bereits 145 Kinder auf das samstägliche „Outreach“ und die zwei „Muzungus“.

Das „Outreach“ ist ein Programm von „Hope for Life“, bei dem das Team (studierte Lehrer und Social Worker) den Kindern, die keine Chance auf Schulbildung haben, Grundkenntnisse wie z.B. Lesen und Schreiben, Rechnen, Hygiene (Zähneputzen, Händewaschen, Fingernägel reinigen, etc.) und Sozialkompetenz vermitteln.
Das Ziel ist, die Kinder mittelfristig in das Schulsystem zu integrieren und ihnen durch diese Vorbildung den Einstieg zu erleichtern.
Die meisten Familien dieser Kinder können sich Schulgebühren nicht leisten oder werden für die Feldarbeit zum Lebensunterhalt und -erhalt benötigt.
Um den Kindern und Familien einen weiteren Anreiz zu bieten, wird am Ende des ca. 4-stündigen Schulprogrammes ein Mittagessen gereicht. Es gab für jedes der Kinder etwa zwei Hände Reis.
Beeindruckend, was „Hope for Life“ hier mit einfachsten Mitteln leistet. Die Motivation der Kinder und des Teams sind bemerkenswert.
Die Art des Teams, mit den Kindern umzugehen: einfach toll!
Der Zulauf wächst ständig durch Mund-zu-Mund-Propaganda.

Um dieses Projekt weiter zu sichern und voranzutreiben, haben wir kurzerhand weitere Tafeln, Teller und Schulbänke in Auftrag gegeben.

*
Am Ende des „Outreach“ mussten wir noch eine Herzensangelegenheit erledigen:
In einem Haus hinter der Schule wohnt Owen. Owen ist ein 9jähriger Junge mit einer schweren spastischen Lähmung. Er wird von seiner Grossmutter und seiner ebenfalls 9jährigen Cousine Sasha gepflegt. Wir besuchten die 3 schon ein paar Tage vorher und haben uns in dem Haus umsehen dürfen. Da Owen weder Stuhl noch Urin kontrollieren kann, schlief er auf einer Matratze bar jeder Vorstellungskraft. Dieses Bild konnten wir nicht ertragen!
Jetzt hat Owen eine neue Matratze!
Die Freude von Owen und seiner kleinen Familie war unbeschreiblich. Es ist schwer, selbst jetzt beim Schreiben die Tränen der Rührung und Freude zurückzuhalten. Für uns der emotionalste Moment dieser Woche!
*

Der MC Kayunga brachte uns im Anschluss wieder zurück zum Office von „Hope for Life“.

Anschliessend hielt „Hope for Life“ ihr wöchentliches Teammeeting ab, zu dem wir herzlich eingeladen wurden.
Es begann (wie üblich) mit einem Gebet. Anschliessend machten wir draussen ein Spiel zum Teambuilding.
Jeder berichtete über seine Erfahrungen der Woche, Höhen, Tiefen, Wünsche, Ziele.
Das ermöglichte uns weitere Einblicke in die Organisation und die einzelnen Teammitglieder.

Die Direktorin der Cornerstone Nursery School und der Direktor der Mother Gertrude School kamen im Anschluss im „Hope for Life“-Büro vorbei, um sich bei uns für unsere Unterstützung zu bedanken.
Zudem besuchte uns noch der dritte Bürgermeister des Kayunga District, um sich vorzustellen und sich für unser Engagement in Kayunga und Umgebung zu bedanken.

Und damit endete unsere Woche bei „Hope for Life“ in Kayunga / Uganda / East-Africa mit einem beeindruckenden und emotionalen Höhepunkt.


 

 

12 Apr

Heimatstern Newsletter

Das Team des Heimatstern e.V. ist immer bemüht, sich weiter zu entwickeln und neue Aufgabengebiete zu erkunden. Nur so können wir effektiv dort zur Stelle sein wo die Hilfe benötigt wird.

Allerdings gibt es nicht nur im Bereich der humanitären Hilfsleistungen Möglichkeiten sich zu entfalten. Deshalb können wir Euch Heute mit Stolz die Geburt eines neuen Babys verkünden.

Wir haben ab sofort auch einen Newsletter!

Wer daran interessiert ist, regelmäßig etwas tiefere Einblicke in unsere Arbeit zu bekommen, der ist herzlich eingeladen sich für den Newsletter anzumelden. Nutzt dafür am besten direkt das unten angefügte Formular.

Ihr hört von uns!

 

08 Mr

WordPress Workshop – Heimatstern Edition

Es gibt viele Wege, den Heimatstern bei seiner Arbeit zu unterstützen. Ganz direkt mit Sach- oder Geldspenden, Mitarbeit bei unseren Projekten, oder man denkt etwas um die Ecke. Das hat Johannes, ein Profi im Umgang mit WordPress und Social Media, getan und uns ein ganz spezielles Angebot gemacht.

Der Weg zur eigenen Webseite kann schnell unübersichtlich werden und kann Neulinge an den Rand des Wahnsinns treiben. So empfiehlt es sich immer, einen erfahrenen Beistand an seiner Seite zu haben. Wer gerne mehr zu diesen Thema lernen will, hat am 22. April von 09:00 bis ca 17:00 Uhr die Gelegenheit dazu.

Bei Hotwire in München findet ein ganz besonderes Event statt. In gemütlicher Atmosphäre lernt Ihr einiges über WordPress und habt am Ende des Tages eine eigene Webseite online. Obendrein bekommt jeder Teilnehmer von RAIDBOXES eine kostenlose Webseite zum Testen zur Verfügung gestellt und darf den Tag bei einen gemütlichen Essen im Trachtenvogl ausklingen lassen. Und ganz nebenbei tut Ihr etwas Gutes, da sämtliche Teilnahmegebühren direkt an den Heimatstern e.V. gespendet werden. 

Ein Überblick zum angebotenen Workshop:

WordPress

WordPress ist mittlerweile das am häufigsten genutzte CMS-System. Jede vierte Webseite im Netz wird mit WordPress verwaltet.  (Artikel von t3n zu diesem Thema). Neben der einfachen Bedienung ist WordPress auch wegen der großen Community so beliebt. Ähnlich wie der Heimatstern ohne Vorbehalte anderen Menschen hilft, helfen auch viele WordPress-User anderen Usern bei Fragen und Problemen. Gegenseitige Unterstützung gilt sowohl hier als auch dort. Auch bei unserem Workshop kommen ein paar Helfer und Unterstützer zusammen:

 

Das Team

Referent

Johannes Mairhofer ist Dozent und Berater für WordPress und Social Media. Er unterrichtet an Bildungseinrichtungen wie der VHS und berät und unterstützt seine Kunden in 1:1-Coachings dabei, eigene Webseiten aufzubauen und zu pflegen. Außerdem beschäftigt er sich mit digitaler Barrierefreiheit.

 

Hotwire

Die PR Agentur Hotwire unterstützt unseren Workshop, in dem sie uns ihren Besprechungsraum inkl. kleinen Snacks zur Verfügung stellen. Hotwire ist nicht nur eine tolle Agentur mit Fokus auf Technologiethemen, sie ist auch sozial engangiert, auf vielen Social Media-Events als Partner oder Helfer dabei und hat ein spannendes Blogger Relations Model etabliert.

Wir danken Hotwire für die Unterstützung <3

 

RAIDBOXES

Der WordPress Hosting Service RAIDBOXES unterstützt unseren Workshop, in dem die kostenlosen Testseiten für die Teilnehmer für einen Monat anstatt für nur 14 Tage verfügbar stehen.

RAIDBOXES ist spezialisiert auf WordPress. Nutzer können dort komplett funktionstüchtige WordPress-Installationen hosten lassen und werden rund um die Uhr mit Profi-Support und schnellen Servern versorgt.

Wir danken RAIDBOXES für die Unterstützung <3

 

Trachtenvogl

Das Restaurant Trachtenvogl lädt uns nach dem Workshop zum Essen und Trinken ein.

Der Trachtenvogl ist eins der schönsten Restaurants in München. In zentraler Lage nahe der Fraunhoferstraße kann man dort wunderbar essen oder das ein- oder andere Bier trinken. Im Sommer heißt es schnell sein und die Handtücher auslegen, denn die Terrasse ist gut besucht und schnell belegt. Reservieren geht normalerweise nicht, für uns macht der Trachtenvogl eine Ausnahme und ein Essen + Getränk geht ebenfalls auf’s Haus.

Wir danken dem Trachtenvogl  für die Unterstützung <3

 

Der Workshop im Detail

In diesem Workshop lernt Ihr das System kennen und habt am Ende des Tages eine eigene Webseite, die Ihr selbst pflegen und mit euren Inhalten versehen könnt.

Um dieses Ziel zu erreichen, solltet Ihr die Grundlagen zur Bedienung Eures eigenen Computers beherrschen. Wer möchte, kann bereits vor dem Workshop sein WordPress installieren und dann direkt auf dem eigenen System arbeiten. Alle anderen nutzen eine WordPress-Version von RAIDBOXES.


Diese Punkte werden behandelt:

  • Grundlagen und Struktur des Systems
  • Konfiguration des Systems
  • Erstellen von Seiten (z.B. Impressum)
  • Erstellen von Blogbeiträgen
  • Individualisierung der eigenen Webseite  mit Templates
  • Erweiterung der eigenen Webseite mit Plugins

 

Zusammenfassung und Details

Dieser exklusive Workshop findet am 22.April von 09:00 bis ca 17:00 Uhr bei Hotwire statt. Die Teilnahme ist begrenzt auf 5 Personen und die Adresse erhaltet ihr nach der Buchung.

Um teilzunehmen ist eine Spende an den Heimatstern e.V. nötig. Die genaue Summe stellen wir euch frei. Als Orientierungshilfe empfehlen wir einen Betrag um 150€. Sämtliche Einnahmen gehen dadurch direkt an den Heimatstern e.V.

 

Für weitere Informationen nutzt bitte das angefügte Kontaktformular oder schreibt direkt an michel@heimatstern.org.

17 Feb

Start der Kooperation mit dem Flughafenverein

Wir helfen Menschen in Not.
Unbürokratisch, schnell und ohne Einschränkung bei der Auswahl der Projekte.
Nicht nur das verbindet uns mit dem Flughafenverein!
Wir sind sehr glücklich über dieses Netzwerk, über die Partner und Freunde, die wir dort gefunden haben.
Daher sind wir richtig stolz darauf, Teil der Gemeinschaft zu sein, die so viel bewirkt! 
Danke für alles, was Ihr tut!

13 Feb

Unser 1. Jubiläum

Wie versprochen, hier jetzt die Bilder zu unserem Geburtstagsfest gestern. Es war unfassbar, was IHR alles auf die Beine gestellt habt, um uns eine Freude zu machen!
Dabei war es doch eigentlich umgekehrt gedacht!
Wir wollten uns bei euch bedanken!

Damit können wir aber immerhin heute schon wieder nahtlos weitermachen!

Danke dafür, dass ihr so zahlreich gekommen seid!
Danke für Eure unglaublich lieben Geschenke, Mitbringsel, Kuchen und das leckere Essen!

(Ein ganz besonderes MEGA DANKE geht an Sam und ihre Schwester für das phänomenal leckere Catering!)

Wir haben uns wirklich über jeden gefreut, der da war, teilweise von sehr weit angereist, um mit uns zu feiern.

Ihr ihr gebt uns nicht nur an Tagen wie gestern das Gefühl, getragen zu werden.

Was jeden im Saal tief bewegt und berührt hat, war der Vortrag von Meri.
Wir hoffen sehr, dass wir entweder das Video oder zumindest den Text davon hier demnächst online stellen können.
Meri, Du triffst in die Herzen der Menschen! Danke, dass Du Dich so wahnsinnig spontan und unvorbereitet auf die Bühne gestellt hast. Respekt, das trauen sich nicht viele Menschen!

Es gäbe so viele Namen die wir aufzählen müssten, um wirklich jedem gerecht zu werden.
Aber Ihr wisst es! <3
DANKE EUCH!

Nicht unerwähnt bleiben darf AsifAbdullah, der die Veranstaltung mit großer Hingabe und sehr aufmerksam fotografisch dokumentiert hat. Vielen Dank lieber Asif!

10 Feb

Vortrag zum Thema „Flucht und Ankommen- Wir schauen hin“

Dem Münchner Willi-Graf Gymnasium sind wir persönlich seit vielen Jahren sehr verbunden.

Darum hat uns die Einladung, auf einem Themenabend unter dem Motto
„Flucht und Ankommen- Wir schauen hin“ zu sprechen, sehr gefreut!

Zwei P-Seminare stellen ihre Arbeit vor, einmal „Soziales Engagement im Sport“ und dann „Menschen auf der Flucht“.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich jeweils sehr differenziert mit den Themen auseinandergesetzt und die Präsentation ihrer Arbeit war informativ, kurzweilig und spannend.

Die betreuenden Lehrkräfte, Frau Croft und Frau Dr. Kronseder haben engagiert unterstützt, daher waren die Ergebnisse wirklich beachtlich.

Unsere Arbeit durften wir in einem kleinen Vortag vorstellen, was uns in diesem Rahmen viel Spaß gemacht hat!

Den Abschluss machte der sehr berührende Kommentar einer Schülerin, der wirklich jeden im Saal ergriffen hat!
Danke, liebe Meri! Du hast schon so viel von dem verstanden, was uns antreibt, warum wir tun, was wir tun! <3

⭐️ Der Erlös des Kuchenverkaufs und die Spenden für die von einem der P-Seminare erstellte Zeitschrift „Menschen auf der Flucht“ gehen an Heimatstern. Wir freuen uns sehr! ⭐️

Vielen Dank an die Schulleitung Frau Sauer-Dietl!
Vielen Dank liebe Schülerinnen und Schüler für Eure Gastfreundschaft!
Vielen Dank an Lehrer, Eltern und Besucher!
Und last but not least DANKE für die ausdauernde Unterstützung an Frau Scherzberger.

08 Feb

Spenden für den Nordirak

Wir haben es ja bereits angekündigt!
Nachdem wir die wunderbaren Bilder von der Verteilung unserer letzten Spenden im Nord-Irak gesehen haben, haben wir zusammen mit Niaz und Vana beschlossen, gleich nochmal nachzulegen!

Denn Bedarf besteht auf jeden Fall!
So viele Frauen und Kinder…
Heute haben wir daher einen weiteren Transport auf den Weg gebracht! 

06 Feb

Hilfsfahrt nach Serbien Tag 2

Serbien, Tag zwei
Nach einer kurzen Nacht, mit vielen Gedanken über die Situation der Menschen und den Möglichkeiten der Hilfe, starteten wir früh und machten uns erneut auf den Weg zum Einkaufen.
Öl, Zucker und Tee standen auf dem Programm. Eine Ladung von knapp 250kg konnten wir dann bei Fresh Response abliefern. Gerade das Öl ist für die Geflüchteten wichtig, weil es ein zentraler Bestandteil vieler Gerichte ist, die sich die Menschen selbst zubereiten. Auf dem Markt, der praktischerweise direkt neben dem Lager von Fresh Response auch sonntags geöffnet hat, besorgten wir noch ca. 60 kg frisches Obst. Das Auto war erneut voll bis unter das Dach!
Damit konnten wir nicht nur direkt lokale Anbieter unterstützen, auch die Preise waren günstiger als im Supermarkt.
Wir werden auch weiterhin die Arbeit von Fresh Response unterstützen. Diese Art der direkten Unterstützung ergibt Sinn! Wir können es nicht oft genug wiederholen: Es bedarf eines sensiblen Umgangs mit allen Beteiligten, um die Hilfe in dieser Region aufrechtzuerhalten. Das ganze Team um Dan Song und Barbara Schnider macht das mit Gelassenheit, aber auch sehr großer Sorgfalt. Unaufgeregt und sehr sehr menschlich.
Sich davon selbst zu überzeugen war uns wichtig und motiviert unendlich, hier zusammen weiterzuarbeiten!
Danach machten wir uns wieder auf den Weg nach Belgrad zurück. Nach dem unvermeidlichen Stop beim großen Supermarkt, wo wir unsere Bestände noch um Schokolade und Nüsse ergänzten, trafen wir wieder bei den Baracken in der Stadtmitte ein. Dort trafen wir wieder Salman, den wir schon bei unserem letzten Besuch unterstützt hatten. Das Wiedersehen war freudig, und auch wenn wir ihm außer ein bisschen Solidarität, Freundlichkeit und nützlicher Dinge wenig bringen konnten, war es ihm anzusehen, wie viel ihm unser Besuch bedeutete. Wir konnten einige Schuhe und Jacken sowie die Rucksäcke übergeben, die er für einige seiner Begleiter angefragt hatte.
(Ihr erinnert Euch an unseren Aufruf?
Danke!)
Außerdem trafen wir Dylan von den SoulWelders. Im Team mit anderen Freiwilligen liefert er seit einigen Tagen nicht nur Feuerholz zu den Menschen, sondern er baut auch Öfen und hat einige weitere Projekte in Planung. Dylan hat durch lange Einsätze in Dunkirk sehr viel Erfahrung mit der Situation der Geflüchteten. Auch seine Arbeit unterstützen wir jetzt finanziell!
Die Lebensmittel haben wir an Paul von Hot Food Idomeni übergeben. Hot Food verstehen sich als First Responder, als die Truppe, die am schnellsten vor Ort ist, wenn sich neue Brennpunkte bilden. Seit Wochen liefert Hot Food täglich eine warme Mahlzeit an die Geflüchteten in Belgrad und sie liefern auch Essen an das offizielle Lager in Obrenovac. Wir schätzen auch hier die pragmatische Herangehensweise des Teams. Sie sind da, machen aber kein großes Aufheben darum.
Dann war es schon wieder Zeit, den Heimweg anzutreten. Auch dieses Mal wieder bleibt das Gefühl, bei weitem nicht genug tun zu können. Das schmerzt!
Wir fühlen uns durch Eure Unterstützung jedoch sehr privilegiert, weil wir tatsächlich zumindest im Bereich der ganz elementaren Versorgung einen sichtbaren Beitrag zur Verbesserung der Lage leisten können. Was wir nur alle gemeinsam tun können ist, durch Ausnutzen aller Instrumente innerhalb der demokratischen Systeme der Politik in den einflußreichen Industrienationen eindeutig zu signalisieren, dass nur eine Politik, die nicht mehr nationale Interessen oder gar die Bedürfnisse bestimmter Gruppen im Fokus hat, sondern das Wohlergehen aller Menschen, dazu führen wird, dass die globalen Migrationsbewegungen auf ein Niveau kommen, das auf der freien Persönlichkeitsentfaltung basiert und nicht mehr auf existentieller Not, sei es nun durch Verfolgung, Krieg oder ganz einfach Hunger oder dem Bedürfnis, ein menschenwürdiges Leben in Freiheit zu führen.
Wir werden die aktuellen Migrationsbewegungen durch Zäune, Patrouillen, Abschiebelager etc. nicht in den Griff bekommen. Damit lösen wir keine Probleme, wir drängen sie nur aus dem Blickfeld. Und wir tragen so dazu bei, dass der Westen noch mehr zu einerseits einem Sehnsuchtsort wird und andererseits zu einer Zielscheibe des Hasses.
Unser besonderer Dank geht an Angela Kuepper, die mit ihrer Erfahrung und unerschütterlichen Ruhe und Freundlichkeit entscheidend dafür war, dass wir als effektives Team das Beste aus der kurzen Zeit machen konnten.
Danke, Angela, Du bist unglaublich! <3
Und eines ist völlig klar: Ohne Eure Spenden, aber auch Eure vielen aufmunternden Kommentare und die nicht endenwollende Unterstützung hätten wir diese Fahrt erst gar nicht antreten können.
#gegendieKälte

05 Feb

Hilfsfahrt nach Serbien Tag 1

Serbien, Tag eins.

Diesmal war nur ein kurzes Wochenende geplant, und so machten Angelaund ich uns nach Ankunft am Flughafen sofort auf den Weg, um für die Menschen in den Baracken in Belgrad einkaufen zu gehen.
Da sich die meisten Menschen nichts selbst kochen können, besorgten wir in erster Linie Früchte wie Bananen, Mandarinen und Äpfel. Dazu auch Kekse und einige Säcke mit Briketts. Mit randvollem Auto machten wir uns auf dem Weg in die Stadt. Am Ziel angekommen, wurden wir sofort umringt, da die Menschen gleich erkannt haben, wer wir sind und was wir geladen hatten.

Im Lauf der nächsten Stunde verteilten wir unsere Einkäufe gerecht an die in der Schlange wartenden Menschen. Trotz einer Lage, die für uns kaum nachvollziehbar ist, geht so eine Verteilung mit großer Disziplin vonstatten. Die Menschen helfen sich gegenseitig, unterstützen uns bei der Verteilung der Sachen, und es drängt sich praktisch niemand vor. Nach der Verteilung räumten wir gemeinsam auch noch den Müll weg, und nutzten die Gelegenheit, um mit einigen der vorwiegend jungen Männer über ihre Pläne, ihre Hoffnungen, und ihre bisherigen Erfahrungen zu sprechen.

Es fällt schwer, den Blick auf die Hände, die Gesichter, oder auch die Füße zu richten, ohne dass es schmerzt.
Der Zustand vieler Menschen hier ist schlichtweg eine Katastrophe!

Danach machten wir uns auf den Weg nach Subotica. Dabei stoppten wir auch wieder an einem Supermarkt, um das Auto erneut bis zur Belastungsgrenze mit Einkäufen voll zu laden. Angekommen bei den Freiwilligen von Fresh Response entluden wir unsere gerade erstandenen Mitbringsel und die aus München mitgebrachten Sachspenden. Nach einer kurzen Pause begleiteten wir ein kleines Team, um noch mehrere Gruppen von Menschen an verborgenen Plätzen in der Stadt mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Sie sind gut versteckt, und trotz katastrophaler Unterbringungsbedingungen, in Ruinen, mit offenen Feuern in den Räumen, die in den Augen beißen, war die Motivation und die Hoffnung immer noch ungebrochen.
Wir hören Berichte, wie wiederholt versucht wurde, über die Grenze nach Ungarn zu gelangen. Oder wie die kroatische Grenze ein Hindernis darstellt.
Immer begleitet von unschönen Berichten von der Gewalt der Polizei und anderer offizieller Stellen auf der anderen Seite des Grenzzauns.
Es zählt, wie auch in Belgrad, dass wir da sind, dass Helfer da sind, die immer wieder kommen, die Mut zusprechen, und die sich kümmern.

Danach machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg, um einkaufen zu gehen. Mit einem Einkauf bei Metro komplettierten wir fehlende Bestände im Lager von Fresh Response.

Es sind eure Spenden, kleine und große Beträge, die es uns ermöglichen, hier einen signifikanten Beitrag zur Hilfe für Menschen in einer absolut menschenunwürdigen Situation zu leisten!
Die Dankbarkeit, die uns von den Menschen auf der Flucht hier gezeigt wird, können wir nur voll und ganz an euch weitergeben.

#gegendieKälte